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04.06.2019
Kloster Bentlage. 500 Jahre Klostergeschichte trifft zeitgenössische Kunst.
Quelle: Wilhelm Morgner: Frau mit brauner Karre, 1911, Inv. Nr. 1433 LM, LWL Museum für Kunst und Kultur, Münster. Foto: Sabine Ahlbrand-Dornseiff
Quelle: Foto: Gerrit Musekamp

Westfälische Galerie

Leuchtendes Rot trifft auf sattes Blau und kräftiges Violett: ein Stillleben mit Anemonen wird zum Farbereignis. In der Westfälischen Galerie im Museum Kloster Bentlage kann man mit den Augen spazieren gehen. Und August Macke, der 1911 diesen Blumenstrauß gemalt hat, ist nur einer der namhaften Künstler, die dazu einladen.

Seit zwanzig Jahren präsentiert das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Rheine die „Westfälische Galerie“. Mit etwa achtzig Gemälden und einigen Skulpturen wird aus den eigenen Beständen Westfalens Beitrag zur Moderne dokumentiert – von der Freilichtmalerei zum Expressionismus, von der neuen Sachlichkeit zur Abstraktion.

Otto Modersohns frühe Landschaftsbilder aus der Umgebung von Münster haben hier ebenso ihren Platz wie die großformatigen Bilder von Wilhelm Morgner, der in einer ganz eigenen Spielart des Expressionismus vertraute Motive des ländlichen Lebens  aus glühend bunten Pinselzügen zusammensetzt.

Christian Rohlfs, den der Industrielle und Kunstförderer Karl Ernst Osthaus nach Hagen holte, ist hier vertreten, aber auch Gemälde von Hermann Stenner, Carlo Mense, Fritz Winter und Fritz Levedag sind zu sehen. Und die berühmten „Quadrate“ von Josef Albers aus der Serie „Homage to the square“ entfalten in einer der ehemaligen Mönchszellen des Klosters eine ganz besondere Ausdruckskraft. Sie entstanden nach Albers Emigration in die USA, wo er als Akademielehrer beträchtlichen Einfluss auf die aktuelle Kunstentwicklung hatte: nur ein Beispiel dafür, dass die „westfälische“ Avantgarde nie an den Grenzen Westfalens Halt gemacht hat, sondern sich immer im Wechselspiel mit nationalen, europäischen und internationalen Strömungen entwickelte.

Kloster Bentlage

1437 von den Kreuzherren gegründet, ist heute Museum, Kulturzentrum und ein beliebtes Ausflugsziel. Ein Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Bei einer Führung werden zunächst die Geschichtsspuren dieses bedeutenden Baudenkmals in den Blick genommen. Die Spiritualität des Kreuzherrenordens wird ebenso thematisiert wie das Alltagsleben in einem Kloster und die spätere Umwandlung zu einem Schloss. Im Museum lernen Sie viele Kunstschätze aus der ehemaligen Klosterkirche kennen, die sich an diesem Ort über mehr als 500 Jahre erhalten haben. Insbesondere die spätmittelalterlichen Reliquiengärten-  heute einzigartig im deutschsprachigen Raum – sind Glanzstücke der Sammlung. Weitere spannende Entdeckungen verspricht die „Westfälische Galerie“ im Obergeschoss des Museums. Aus den Beständen des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Münster, wird hier der Beitrag Westfalens zur Kunstentwicklung der Klassischen Moderne gezeigt. Von der Freilichtmalerei bis zur Abstraktion: Otto Modersohn, Christian Rohlfs, August Macke, Wilhelm Morgner, Josef Albers und viele weitere bedeutende Künstler sind hier vertreten.

Saline Gottesgabe. Das technische Denkmal

Die Salzgewinnung in Bentlage reicht weit ins Mittelalter zurück. In der Klosterzeit unter den Kreuzherren wurde das Salz zunächst für den Eigenbedarf gewonnen. Mit der von Fürstbischof Clemens August begründeten Salinen-Sozietät erfolgte ab 1743 eine grundlegende Modernisierung der Anlage unter der Leitung des bekannten Salinenspezialisten Freiherr Joachim Friedrich von Beust. Aus dieser Zeit stammt auch das einst fast 300 Meter lange Gradierwerk, das älteste seiner Art in Westfalen. 1890 wurden zusätzlich zum bestehenden Salinenbetrieb die Bade- und Kureinrichtungen eröffnet. Die Saline wurde bis 1952 betrieben, Solebäder wurden sogar noch bis 1975 verabreicht.

Heutige Nutzung

Im Jahr 2004 wurde das nicht mehr wirtschaftlich genutzte Betriebsgelände zum Salinenpark weiterentwickelt, der durch großzügige Grünanlagen, bunte Staudenbeete und alten Baumbestand strukturiert ist. Die bis heute erhaltenen und renovierten Gebäude der Saline Gottesgabe bilden ein einmaliges Ensemble, das zu den ältesten technischen Kulturdenkmälern in Westfalen aus vorindustrieller Zeit gehört. Im Rahmen der Führung besichtigen Sie auch das historische Salzsiedehaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, in dem sich große Siedepfannen, Feuerungsstätten und Salzlager erhalten haben – eine absolute Rarität in Deutschland.

Inkl. Busfahrt nach Bentlage mit 2x 90minütigen Führungen und einer langen Mittagspause. 


Die Veranstaltung auf einen Blick

Termin: Dienstag, 04.06.2019

Beginn: 08:30 Uhr

Einlass: 08:25 Uhr

Veranstaltungsende: 19:00 Uhr

Treffpunkt: Vor der Deutschen Oper am Rhein, Heinrich-Heine-Allee 16a,
40213 Düsseldorf

Preise

Preis für Nicht-Abonnenten: 64,90€

Preis für Abonnenten: 58,40€

Ihre Ersparnis*: 6,50€

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